Wie die Zeit vergeht … 20 Jahre sind einfach weg

Heute schreiben wir den 1. August 2009.
Ansich ist dieses Datum und der heutige Tag wie jeder andere auch. Es ist zwar Samstag und wenn ich nicht noch immer am renovieren wäre, hätte ich auch einen schönen freien Tag gehabt. Aber anstatt es sich gemütlich zu machen oder mal in die Stadt zu gehen, hatte ich anderes zu tun (sonst werde ich ja nie fertig). Für die meisten wird dieser 1. August auch nicht mit einem bestimmten Ereignis verknüpft sein.

Das für mich entscheidene Ereignis liegt mittlerweile auch schon 20 Jahre zurück und wenn man so darüber nachdenkt ist das eine lange Zeit. 20 Jahre … als ich ungefähr so zwischen 8 und 10 Jahre alt war hatte ich angenommen, dass man noch nicht einmal so alt wird 😉 Und nun sind schon 20 Jahre seit dem Beginn meiner Ausbildung vergangen. Wenn man heute einen Satz mit „Damals war …“, dann klingt es schon fast wie der Beginn einer dieser Großvatergeschichten, aber mittlerweile scheine ich auch schon in dem Alter angekommen, wo einem ein „Damals“ über die Lippen kommt. Um mal ein anderes Wort zu benutzen: Früher war die Lehre im Handwerk auch etwas anders als heute. Auch wenn da noch keine Generationen dazwischen liegen, so hat sich in meiner Arbeitszeit doch schon so einiges getan. Früher bekam man auch schon mal etwas hinterher geworfen, wenn man sich nicht schnell genug bewegte. Zwar wurde da auch absichtlich daneben geworfen, aber immerhin so nah, dass es seine Wirkung nicht verfehlte. Heute darf man so etwas nicht mehr machen. Man wurde auch schon mal von seinem Gesellen angebrüllt und zurechtgewiesen, wenn man etwas falsch gemacht hatte. Heute geht so etwas auch nur noch bedingt. Geschadet hat beides nicht. Denn auch nach fast 20 Jahren sind einem solche Dinge in Erinnerung geblieben und den Fehler macht man kein zweites mal. Die Einstellung zur Arbeit hat sich geändert. Heute wird es einfach nur als Pflichtübung angesehen seine Lehre zu absolvieren.
Ich habe gelernt um einen Job zu haben. Den habe ich heute immer noch. Nach 20 Jahren und in der gleichen Firma … so schlecht kann ich also nicht gewesen sein 😉
Schade finde heut zu Tage die Tasache, dass die Arbeitszeit so extrem geworden ist und alles nur noch schnell gehen muss. Die Zeit um einem Auszubildenen auch mehrmal alles in Ruhe zu erklären, zu zeigen und machen zu lassen bleibt leider oftmals auf der Strecke.

Am Montag ist es dann auch wieder soweit. Ein neuer Auszubildener wird unsicher und nervös an seinem ersten Arbeitstag in der Firma stehen und gespannt seine neuen Kollegen für die kommenden zwei einhalb Jahre beobachten. Ausnahmen hinsichtlich dem unsicher und nervös bestätigen allerdings auch hier die Regel. Wir hatten auch schon welche, denen fehlte das völlig und die haben einem gleich am ersten Tag zugetextet.
Vorteilhaft könnte sein, dass eventuell ein bisschen Konkurrenzdenken entsteht zwischen den Lehrlingen. Das kann nie schaden und spornt auch ein wenig an. Vielleicht kommt unserer derzeitige Träne ja auch wieder in Schwung wenn er aus dem Urlaub wieder da ist.
Wie viele Lehrlinge ich meiner Arbeitzeit schon hatte, kann ich auch nicht genau sagen. Es sind viele dabei, die sind einfach nur so durchgelaufen und man erinnert sich kaum daran. Andere hingegen bleiben einem auch nach langer Zeit im Gedächtnis. Entweder, weil sie richtig gut waren oder genau das Gegenteil davon oder weil sie bestimmte Dinge tatsächlich zu einem Highlight gemacht haben.

Ob mein Chef sich zu den 20 Jahren äußern wird, steht auch noch völlig offen und ist im Prinzip auch nicht wichtig. Auf eine Flasche Wein oder was auch immer kann ich auch gut verzichten. Bei so etwas rutscht mir ein „Danke“ immer schwer über die Lippen 😉 Wir werden sehen. Nur Bares ist Wahres – das zählt. Gerade im Moment in der wirtschaftlichen Situation (auch wenn wir uns nicht beklagen können und immer mehr als genug zu tun haben), so sind die Lebenskosten doch verdammt hoch.

Wildes Geschreibsel … aber irgendwas musste ich einfach dazu schreiben.

… auf die nächsten 20 Jahre 😀
… und auf die Rente irgendwann einmal *eg*

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1 thought on “Wie die Zeit vergeht … 20 Jahre sind einfach weg”

  1. Herr Frodoo… du bist ein alter Saq 😀 Immerhin, 20 Jahre in der gleichen Firma ist heutzutage wirklich eine Leistung! Gratuliere…