Praktikantenstadl

Frodoo   26. Januar 2008   1 Kommentar zu Praktikantenstadl

Ich konnte es kaum glauben, als ich am Montag in der Firma ankam. Ein anderes, mir noch unbekanntes Gesicht blickte mir entgegen. Naja, ein Leiharbeiter, dachte ich und war auf direktem Weg in den Aufenthaltsraum. Unglückseelige Fremdarbeiter aus Zeitarbeitsvermittlungen haben wir des öfteren, wenn wir plötzlich mehr Arbeit haben als Leute. Mein Vorhaben, den etwas klein gewachsenen erst einmal zu ignorieren und zu hoffen nichts mit ihm zu tun zu bekommen, scheiterte an der namentlichen Vorstellung unser beider Personen … und endete mit dem Satz: „Das ist unser Praktikant. Er wird für die nächsten Wochen bei uns sein.“

Und mit sowas kommt er am Montag morgen an :(

$praktikant hatte keine Lehrstelle gefunden und nach der ersten Woche weiß ich auch wieso.
Am ersten Tag kann man sich schlecht ein Urteil erlauben und er machte zu diesem Zeitpunkt auch einen relativ guten Eindruck (naja, so gut ein Eindruck am ersten Tag sein kann). An dem Tag waren wir allerdings auch den ganzen Tag lang auf verschiedenen Baustellen unterwegs … was natürlich für ein gewisses Maß an Abwechselung sorgte.
Ab Dienstag jedoch war Leitungsverlegung in einem Bürogebäude angesagt. Datenleitungen verlegen ist eine recht aufwendige Arbeit, da enorme Längen dabei zustande kommen und wir am Donnerstag nur für die erste Etage gute 2,3km zusammen hatten. Diese Arbeit bietet nun nicht all zu viel Abwechselung, aber sie muss ja auch gemacht werden. Man kann sich halt nicht immer die Arbeit aussuchen und es ist der Job den es zu erledigen gilt.
Am Donnerstag morgen war sein erster Satz: „Siehst du die Lust in meinem Gesicht?“ … wohlgemerkt nach 3 Tagen.

Er scheint das Ganze noch nicht richtig verstanden zu haben, denn das Praktikum gilt beiden Seiten. Wir wie auch er selbst haben die Möglichkeit zu entscheiden bzw. sich ein Bild von der Arbeit, der Firma, der Person selbst zu machen. Da ich Arbeit habe und auf einen weiteren tumben Auszubildenden verzichten kann, ist es von seiner Seite aus eine ganz schlechte Idee mit zu sagen, er habe keine Lust. Ich bzw. meine Kollegen beurteilen ihm aufgrund seiner Arbeit und seinem auftreten.
Selbst der Architekt fragte meinen Kollegen, ob er nicht Angst habe, dass die beiden (Lehrling und Praktikant) sich nicht verletzen könnten wenn sie beim gehen umfallen … was soll man da sagen? … soviel zu der Arbeitseinstellung der Auszubildenden.

Ich werde mir die nächste Woche mein Bild von dem Typen vervollständigen und meine Entscheidung dem Chef mitteilen. Und wenn sich an der Haltung und Einstellung nicht stark was ändert, wird $praktikant auch weiterhin eine Lehrstelle suchen müssen.

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